Baudenkmäler und erhaltenswerte Bauten in Lünen

Ein Motiv für die Gründung des Arbeitkeises für Umwelt und Heimat war von Anfang an die Beschäftigung mit der Geschichte Lünens und der Schutz erhaltenswerter Gebäude.

Auf dieser Seite, die erst langsam aufgebaut wird, möchten wir  Baudenkmälern und wichtige Gebäude des Lüner Raums vorstellen.

Die Stadtkirche St. Georg

Die 650 Jahre alte evangelische Stadtkirche St. Georg ist das älteste Gebäude der Stadt Lünen.
Der Fachwerkgiebel dieser gotischen Kirche unterstreicht den ländlichen Charakter der alten „Ackerbürgerstadt“.
Ein politischer Konflikt führte 1360 zur Gründung der Stadtkirche:
Im Streit der Grafen von der Mark mit den Bischöfen zu Münster wurde Lünen auf das südliche Lippeufer verlegt. Die Bürger wurden von ihrer bisherigen, nördlich der Lippe gelegenen Pfarrkirche getrennt. Der Neubau einer Kirche wurde zu einem Anliegen der Bürgerschaft, das nach drei Jahrzehnten verwirklicht werden konnte.
Die Kirche enthält einen kostbaren Flügelaltar aus der Schule des Meisters von Liesborn und wertvolle Gewölbemalerei.
Sehenswert sind auch die alten, an den Außenmauern platzierten Grabplatten.
Die Wahl des Hl. Georg als Patron erinnert an das Motiv der Bedrohung und veranschaulicht die Verbindung von Kirche und Gemeinwesen. Er ist einer der 14 Nothelfer und als Drachentöter wurde er zum Retter der Stadt Silena.

(Zitat aus: http://stadtkirche-luenen.vkk.org/index.php?id=1160)
Als die Kirche in neunziger Jahren saniert werden musste, gelang dies nur durch das großartiges Engagement vieler Lüner Bürger. Es wurde der Verein „Rettet die Stadtkirche“ gegründet und durch viele Veranstaltungen und Spenden konnte das Kirchengebäude  gerettet werden.

Kotten an der Laakstraße

Heute stellen wir als Erstes das best erhaltene Kötterhaus in Altlünen vor.  Es steht etwa auf der Mitte der Laakstraße und verdeutlicht noch die Entstehung Lünens als "Ackerbürgerstadt".

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nebengebäude

Die Balkeninschrift über dem Tor lautet :

 

O GOTT BEWAHRE MIT DEINER HANDT

 

DIß  HAUS FÜR UNGLÜCK UND FÜR BRANDT

 

DIE MENSCHEN AUCH FÜR ALLES LEID

 

GIB GNAD UND SEGEN BEI LEBENSZEIT

 

UND NACH DEM TOD DIE SELIGKEIT      AMEN

 

ANNO DOMINI  1690   18. MAI


Schloss Schwansbell

Das heutige Schloss ist ein Neubau aus dem 19. Jahrhundert. Über das vormalige Wasserschloss Schwansbell informiert diese Seite:

http://www.luenen.de/kultur/stadtarchiv/sp_auto_1292.php

Auf folgenden Internetseiten gibt es weitere Informationen zum Schloss Schwansbell:

http://grosse-drenkpohl.de/schlosser-m-z/schloss-schwansbell

http://wiki-de.genealogy.net/Haus_Schwansbell

http://www.sagenhaftes-ruhrgebiet.de/Die_Wundertropfen_zu_L%C3%BCnen

Der "Spieker" in Niederaden

Vom ehemaligen Adelsgut "Haus Oberfelde" in Niederaden sind nur noch die Gräfte und auf einer Insel der sogenannte "Spieker"  übriggeblieben. Dieses Gebäude, das eines der wenigen in Lünen mit barocken Baumerkmalen ist, diente als Gartenpavillon. Neben dem Spieker gibt es eine alte Obstweide, die vom Arbeitskreis  für Umwelt und Heimat gepflegt wird.

Obstwiese hinter dem Spieker

Schloss Buddenburg

Haus Buddenburg 1977 vor dem Abriss (Foto: Ulrich Grepel)

Leider wurde das "Haus Buddenburg" 1977 abgerissen. Hecken, die unter Mitwirkung von Schülern des Stein-Gymnasiums gepflanzt uwrden, markieren heute noch den Standort der ehemaligen Gebäude.

Wissenswertes erfährt man auf folgenden Seiten:

www.luenen.de/medien/archiv/dok/Buddenburg.pdf

http://www.grimmstory.de/sites/Schloss_Buddenburg/Weserlandhotel/index.htm

Hecken veranschaulichen die Grundrisse ehmaliger Gebäude.

 

 

Schlossmühle Lippoldhausen

Die Schlossmühle Lippoldhausen ist die best erhaltene Mühle in Lünens Umgebung. Sie gehörte zu dem inzwischen abgerissenen Schloss Haus Buddenburg. Alle zur Buddenburg gehörenden Bauern mussten hier ihr Korn mahlen, d.h., es herrschte Mahlzwang.
Südlich der Mühle verlief früher eine Verteidigungslinie zwischen der Grafschaft Dortmund und der Grafschaft Mark, die Landwehr. Deshalb wurde ein Grenzstein an der Mühle 1988 wieder neu aufgestellt.
Als Schlossmühle weist das Gebäude gewisse repräsentative Merkmale auf: Die geschwungene Dachkonstruktion übernimmt barocke Stilelemente.
Die Mühle wurde mehrfach restauriert. Um ihre Erhaltung kümmert sich der Verein „Mühlenfreunde Lippholthausen e.V.“
Siehe auch: http://www.schlossmuehle.info

Die Kiliansmühle

Die eigentliche Kiliansmühle, die ab 1822 als Wassermühle etwa 100 Jahre lang ihren Dienst tat, ist

als niedriges Fachwerkhaus links von der heutigen Galerie Anders auf dem linken unteren Foto zu sehen. In der Heutigen Kunstgalerie war eine Dampfmühle untergebracht, die kurz nach dem 1. Weltkrieg die alte Wassermühle ersetzte.

Stattdessen wurde in der Wassermühle, die heute als Wohnhaus dient, ab 1924 die erste Jugendherberge Lünens eingerichtet. 1935 wurde sie in ein Kinderheim umgewandelt und diente 1945 Vertriebenen als Unterkunft.

(siehe: Siegeroth, Altlünen, 2. Aufl. 1974)

Gebäude der ehemaligen Hütte Westfalia

Aquarell: Kantine Westfalia

Kantinengebäude

 

Dies ist das bedeutendste erhaltene Gebäude der ehemaligen Eisenhütte, mit deren Gründung durch C.D.Wehrenbold im Jahre 1826 die Industrialisierung Lünens begann. Das Werk wurde nahe der Lippe errichtet, da sie damals noch schiffbar war und so als Transportweg für das Raseneisenerz diente, das in der „Westfalia“ verarbeitet wurde. 1876 wurde die Eisenerzeugung eingestellt, der Betrieb zunehmend auf die Eisenverarbeitung umgestellt.

Anfangs wurden vor allem gusseiserne Öfen produziert (im Lüner Museum zu besichtigen), später auch Schienen und Pumpenanlagen, seit 1930 zunehmend Bergwerkstechnik.

Seit den 1960er Jahren kamen Produkte für den Stollen- und Tunnelbau hinzu. 1991 fusionierte die GEW mit der Firma Klöckner-Becorit in Castrop-Rauxel zur Gesellschaft Westfalia Becorit Industrietechnik. Die WBI wurde 1995 von der Ruhrkohle Technik AG übernommen.

Am Kantinengebäude, das mit seinen Türmen und Bogenfenstern Schloss- und Burgenmotive

übernimmt, lässt sich ablesen, in welchem Maße das aufstrebende Bürgertum im 19. Jahrhundert Baumerkmale des Adels kopierte, um sich selbst und den eigenen Besitz als repräsentabel darzustellen und gleichzeitig die Rolle des Adels zu übernehmen.

Im Ruhrpott gab es dazu die etwas respektlose Redewendung:

„Der kommt daher wie Graf Koks von der Gasanstalt!“ 


Fabrikantenvilla

 

Zum Glück konnte die Villa der Eigentümer des Werks erhalten werden. Sie wurde vor wenigen Jahren von einem Ehepaar erworben und erstrahlt nun in neuem Glanz, da sie beispielhaft restauriert wurde.

Grabmäler

 

Die Grabmäler des Firmengründers Wehrenbold und seiner Familie sollten eigentliuch nach Stilllegung des Werksgeländes verlegt werden. Ehemalige Kollegen der Belegschaft setzten jedoch durch, dass sie hier weiterhin ihren Platz bewahrten. Auf dem Grabstein von Wehrenbold kommt das hohe Verantwortungsgefühl für die Belegschaft, eine patriarchalische Einstellung zum Ausdruck, die heute kaum noch vorstellbar ist.

Brücke mit Pförtnerhaus

 

Im Jahre 2009 musste die alte Brücke, auf der man über die Lippe aufs Werksgelände gelangte, einer Neukonstruktion weichen, die nun für die Öffentlichkeit frei gegeben wurde.

Vor dem  alten Brückenpförtnerhaus, das ebenso wie das alte Fährhäuschen auf Initiative von ehemaligen Beschäftigten der Hütte erhalten wurde, ist ein Stück der alten Brücke aufgeständert worden. Das Innere des Pförtnerhauses ist von früheren Kollegen mit allen Utensilien liebevoll so erhalten worden, als wäre es noch heute besetzt.

Altes Brückenteil Altes Fährhäuschen
Altes Pförtnerhaus
Als wäre es noch besetzt...

Bergarbeitersiedlung "Ziethenstraße"

1898 wurde diese Siedlung von der Harpener Bergbau AG  für die Familien der Bergarbeiter der Zeche Preußen in Lünen-Süd gebaut. Entsprechend der preußisch.-kaiserlichen Tradition bekam sie den Namen zu Ehren des Generals von Ziethen, der unter Friedrich dem Großen gedient hatte.
Die Häuser sind von kleinen Grünflächen (früher Gärten) umgeben und es wurden Platanen am Straßenrand angepflanzt.
Pro Haus konnten vier Familien unterkommen, die Stadt erlaubte allerdings maximal drei. Ursprünglich gingen auf jeder Etage drei Türen vom Treppenhaus ab, und alle Zimmer besaßen untereinander Verbindungstüren. So konnte den Wohnungen rechts und links, bestehend jeweils aus Wohnküche und einem Zimmer, je nach Bedarf das Mittelzimmer zugeschlagen werden. Gebadet wurde in Zinkwannen, oftmals im Wohnzimmer. Da blieb wenig Raum für Privatsphäre, zumal in den meisten Haushalten auch noch Kostgänger lebten.
Die Stallgebäude, durch enge Höfe von den Häusern getrennt, waren ursprünglich alle zweigeschossig, hatten oben Futter- und Heuböden. Seitlich angebaut waren die Plumpsklos, je eines für zwei Familien. Hinter den Ställen, zur Gasse hin, lagen die Dunggruben. Wo heute die zweite Ebene fehlt, soll es hölzerne Aufbauten gegeben haben, die jedoch von den Bewohnern in strengen Wintern als Brennholz genutzt wurden.

Bald folgten in Lünen-Süd Kirchen und Schulen, Geschäfte, Wirtshäuser und eine Apotheke in nächster Umgebung, 1905 die Straßenbahnlinie von Lünen nach Dortmund (die später wieder eingestellt wurde).

Als Preisträger des Wettbewerbs ›IBA begleiten‹ wurde die Kolonie mit der Eröffnung der Internationalen Bauausstellung Emscher-Park 1999 Bestandteil der ›Route der Industriekultur‹.

Auf dem rechten Foto sind deutlich die ehemaligen Stallgebäude in den Hinterhöfen für das ""Bergmannsvieh" zu erkennen.

Die Barbara-Siedlung

Kreuzung an der Münsterstraße

Die Barbara-Siedlung in der Nähe des Bahnhofs südlich der Münsterstraße, die zur Zeche Victoria I/II gehörte und nach der Schutzpatronin des Bergbaus, der Heiligen Barbara, benannt wurde, ist eine der Zechensiedlung der 2. Generation, in der viele Reformideen zum Ausdruck kommen.
Zechensiedlungen wurden ursprünglich von den Unternehmern gegründet, um die Arbeiter an die Zechen zu binden. Der Mietvertrag war an den Arbeitsplatz gebunden. Wer seinen Job kündigte, musste auch die Wohnung räumen.
Andererseits wurden seit 1905 neue Siedlungen als „Gartenstädte“ ( wie z.B. die Siedlung Margarethenhöhe in Essen) gebaut,  in denen sich die Lebensqualität gegenüber Mietskasernen aus dem 19. Jahrhundert erheblich verbesserte. Die  Siedlungen wurden begrünt, die Gestaltung war abwechslungsreich, es wurden Plätze eingeplant, an denen man sich treffen und miteinander kommunizieren konnte, zu vielen Wohnungen gehörte ein Stück Garten und ein Stall für Haustiere wie Ziegen und Hühner, mit denen der Bergmann seine Ernährungslage verbessern konnte.
1981 bot die Harpener Bergau AG, die Eigentümerin der Siedlung, die Häuser den Bergleuten und ihren Familien zum Kauf an. 52 Siedler schlossen sich im Jahre 1982 zur Siedlergemeinschaft Barbara zusammen.


Weitere Bilder der Barbara-Siedlung findet man unter dieser Internet-Adresse:
http://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Victoria-Siedlung?uselang=de

 

Wer mehr über Zechensiedlungen erfahren möchte findet hier Informationen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Zechenkolonie

Bürgerhäuser Borker Str. 1-9

Am Beginn der Borker Straße, neben der ehemaligen Sparkasse an der Cappenberger Straße, findet man eine Häuserzeile aus der späten Gründerzeit mit stuckverzierten Fassaden, die als Ensemble unter Denkmalschutz stehen. Sie wurden größtenteils von wohlhabenden Handwerker-Familien gebaut.

Weitere denkmalgeschützte Bürgerhäuser aus der Altstadtstraße und Erzberger-Straße:

Freiherr-vom-Stein-Gymnasium

Das Stein-Gymnasium stellt als spätexpressionistischer Backsteinbau eine architektonische Besonderheit in Lünen dar. Typisch sind ungegenständliche Ornamente, Ziersimse, lange Fensterbänder und gerundete Gebäudeecken. Eine genauere Beschreibung findet sich hier:

http://www.stadtmag.de/cgi-bin/db/aktuell.cgi?stadt=luenen&artikel=39_19

Scharoun-Bau: Geschwister-Scholl-Gesamtschule

International bekannt ist dieser 1956 -62 errichtete Gebäudekomplex des Architekten Hans Scharoun. Wir zitieren hier von der Homepage der Schule:

" Die architektonische Gestaltung des Gebäudes ist heute so aktuell wie kaum zuvor. Es erfüllt auch nach über 50 Jahren die Anforderungen einer modernen Lernumgebung und Unterrichtsgestaltung.

  • Die Schülerinnen und Schüler lernen in Klassenwohnungen bestehend aus drei Raumbereichen und jeweils eigenem Garten.
  • Die Pausenhalle ist gegliedert wie eine Fußgängerzone als "Weg der Begegnung".
  • Die Aula erinnert an die Berliner Philharmonie en miniature des Architekten Scharoun und ist Symbol einer demokratischen Gemeinschaft.
  • Alle Räume erhalten ihre individuelle Gestalt aus der besonderen Funktion, die sie erfüllen und den Bedürfnissen ihrer Nutzer. So sind beispielsweise die Musik- und Kunsträume als große Atelierräume gestaltet."
  • Die Gebäude überraschen immer wieder durch unterschiedlichste Details:
    Pavillons , schräge atelier-ähnliche Fensterflächen, Bullaugenfenster, schwingende Dachflächen. Das alles lässt die Räume dynamisch wirken und erinnert in manchen Einzelheiten an Schiffsformen.
    Nähere Informationen über dieses Baudenkmal findet man unter:
    http://www.gsgluenen.de/index.php?option=com_content&view=article&id=50&Itemid=54
    und
    http://www.scharoun-luenen.de

 



Haus im Bauhausstil

An der Cappenberger Straße unterhalb des Kommunalfriedhofs steht ein interessantes Haus, in dem das Atelier der Steinmetzfirma Schmidt untergebracht ist. Das Gebäudes, das nicht unter Denkmalschutz steht, entspricht dem Bauhausstil. Die rhythmisch gegliederte Fassade widerlegt Vorurteile, dass dieser Stil Monotonie hervorbringen müsse.