Naturdenkmäler

Der Kampf für die Erfassung und Erhaltung wichtiger Pflanzen und Landschaftsbesandteile in Lünen

war ein Motiv für die Gründung des Arbeitskreises für Umwelt und Heimat (siehe: Wir über uns).

Der verstorbene Baumspezialist Fritz Münster, eins der Gründungsmitglieder des Arbeitskreises, erfasste als Erster alle schützenswerten Bäume Lünens in einer Liste.

Jochen Heinrich, Mitglied des Arbeitskreises, dokumentierte alle Naturdenkmäler Lünens in einer Fotoserie.

Im Folgenden wollen wir nach und nach einige der sehenswertensten Naturdenkmäler Lünens vorstellen.

Die meisten Fotos auf dieser Seite erstellte Jochen Heinrich.

Die Napoleonsbuche

Dieses Naturdenkmal steht etwa 200 m nordwestlich vom Haus Bergstraße 154 in freier Feldflur.

Eigentlich sind es zwei Buchen, die sich vor langer Zeit in etwa zwei Meter zu einem Baum verbunden haben. Von Weitem ist das nicht  gut zu sehen, man muss schon den Weg über die Felder nehmen, um die Doppelbuche zu erkennen.

Die Napoleonsbuche ist etwa 200 - 210 Jahre alt und hat über 5 m Stammumfang.

Um diesen Baum rankt sich eine Legende:  Napoleon war 1812 nach dem verlorenen Russlandfeldzug auf dem fluchtartigen Rückzug nach Frankreich durch Lünen-Gahmen geritten. Erschöpft und müde von der langen Reise fand der Feldherr an der Zwillingsbuche ein Lager für die Nacht. Zwischen den beiden Stämmen soll sich der Kaiser zum Schlaf gelegt haben. Kurz vor Sonnenaufgang soll Napoleon dann - ausgeruht und voller Tatendrang - samt Pferd durch die beiden Stämme der Buche Richtung Westen weitergeritten sein. Historiker bezweifeln, dass der kleingewachsene Kaiser wirklich durch die beiden Stämme gesprungen ist, zumal die Buche damals noch winzig gewesen sein muss und beide Stämme wahrscheinlich noch nicht zusammnengewachsen waren. Die Legende hat sich trotzdem gehalten und diesem markanten Baum seinen Namen gegeben.

Eine historische Aufnahme der Napoleonsbuche aus der 1. Hälfte des letzten Jahrhunderts findet sich hier: http://www.luenen.de/tourismus/stadtland/index.php

Fotos: Jochen Heinrich

Schwarzpappel an der Lippe

Ca. 250 m westlich der Graf-Adolf-Straße steht am nördlichen Lippeufer eine stattliche Schwarzpappel. Sie ist etwa 100 Jahre alt, hat eine ausgeprägte Krone und einen Stammumfang von 4,50 m.

Sommerlinde an der B 54

Es handelt sich um eine Sommerlinde , die an der Wethmarheide durch ihre mächtige Krone auffällt. Sie ist ca. 140 Jahre alt.

Bergahorn

Ca. 200 m westlich der Brücke an der Graf-Adolf-Straße, 40 m südlich der Lippe am Fuß des Lippedeichs steht ein großer Bergahorn. Er ist etwa 130 Jahre alt und hat einen Stammumfang von 4,23 m.

Wallhecke unterhalb des Schlosses Cappenberg

Parallel zum Dreischfeld zieht sich unterhalb des Schlosses Cappenberg eine im Innenraum begehbare Wallhecke durch die Felder. Bisher konnten wir nicht feststellen, ob sie bereits als Naturdenkmal geschützt ist. In vielen Fällen sind diese Hecken, die früher in Norddeutschland häufig zur Begrenzung von Feldern und Weiden angelegt wurden, schützenswert. Im Rahmen der Flurbereinigung wurden leider viele von ihnen gerodet. Die noch bestehenden Wallhecken sind oft nicht mehr ohne weiteres als ehemalige Hecken zu erkennen, da sie im Laufe der Zeit häufig nicht mehr geschnitten wurden, so dass die Bäume und Sträucher meist auswuchsen. Wer aufmerksam hinschaut, kann aber am seitlichen Ausweichen der Äste und Zweige in Brusthöhe  noch das Niveau früherer Heckenbeschneidungen und Stutzungen erkennen. 

Bei uns bestehen die alten Wallhecken häufig aus Hainbuchen, Rotbuchen und Kopfweiden. Sie bieten außerordentlich vielen Pflanzen- und Tierarten Schutz und sind deshalb ökologisch sehr wertvoll. 

Weitere Informationen und Links zu Wallhecken findet man hier: Wallhecke – Wikipedia