Kopfweiden-Pflege

Kopfweiden sind vor allem wegen ihrer zahlreichen Höhlungen als Brutplatz für viele Höhlenbrüter von großer Bedeutung. Auch unsere kleinste heimische Eule, der Steinkauz, brütet gerne in den Höhlen von Kopfweiden. Da Kopfweiden in heutiger Zeit nicht mehr wie früher als Flechtmaterial, Stiele oder Brennholz genutzt werden, wachsen die Äste aus. Die Kopfweiden drohen unter der Last auseinanderzubrechen und sterben schließlich ab. Sie prägten über Jahrhunderte unser Landschaftsbild und gehören einfach in die vom Menschen geschaffene Kulturlandschaft. Kopfweiden gehörten auch seit erdenklichen Zeiten zum typischen Landschaftsbild des Lüner Raumes, vor allem der Lippeniederung. Die typische Kopfform entsteht durch das regelmäßige Beschneiden. An den Schnittstellen sorgen vor allem Pilze dafür, dass sich durch Fäulnis unterschiedlich große Höhlen bilden, die vor allem als Brutplätze sehr begehrt sind.

Um den Bestand der Kopfweiden für die Zukunft zu sichern, haben Mitglieder des Arbeitskreises die Pflege der letzten noch vorhandenen Exemplare übernommen. Nachfolgend ein Überblick über die geleistete Arbeit:


 

 

 

Werden die Kopfweiden nicht regelmäßig beschnitten, brechen sie auseinander und sterben schließlichab.

 

 

 

Regelmäßig beschnittene Kopfbaumreihe an der Kapelle in Langern

Das Herunterschneiden der Äste geht verhältnismäßig schnell. Die eigentlich Arbeit kommt erst hinterher.

Das Aufräumen dauert viel länger. Das Schnittgut muss gestapelt werden, die dünnen Äste geschreddert und die Säcke mit dem Schreddergut in den Bulli verladen werden.

 

 

Kopfweiden kann man leicht vermehren. Man pflanzt im zeitigen Frühjahr armdicke Äste, die bei der Kopfweidenpflege anfallen, einfach in die Erde. Der vordere wurde vorher zum Schutz gegen Austrocknung ins Wasser gelegt und begann da schon auszutreiben.

 

 

 

 

Schon im ersten Herbst sind die Ableger kräftig begrünt.

Heute sind sie schon zu stattlichen Kopfweiden herangewachsen. Sie haben im Winterhalbjahr 2009/10 eine "Kopfrasur" erhalten. Wie man sieht, sind sie schon nach einem Jahr wieder kräftig ausgeschlagen.